Banker's Meinung

“Die Wirtschaft wächst – und die Gesellschaft zweifelt.“
So beschreibt Andreas Schmitz, Präsident des Bankenverbandes, bei den 18. Schönhauser Gesprächen in Berlin die augenblickliche Stimmungslage in Deutschland.

Neben der Außenwirtschaft trage auch die gestiegene Binnennachfrage zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. „Die positive wirtschaftliche Situation spiegelt sich jedoch nicht in der Stimmung der Deutschen wider“, so Schmitz. So zeige die jüngste Meinungsumfrage im Auftrag des Bankenverbandes einen teilweise alarmierenden Befund: Gerade einmal 52 Prozent der Bürger sind mit der Demokratie in Deutschland zufrieden. Lediglich 26 Prozent sind davon überzeugt, dass die Politik in der Lage ist, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen. Und nur noch knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, die soziale Marktwirtschaft habe sich bewährt.

„Sicher haben die Krisenerfahrungen der letzten Jahre nicht dazu beigetragen, das Vertrauen der Menschen in freie Märkte und die Banken zu stärken“, so Schmitz. Es gebe aber keinen Grund, an den Fundamenten der wirtschaftlichen und politischen Ordnung des Landes zu zweifeln. „Im Gegenteil: Sie haben sich in der Krise bewährt – und sie werden sich auch in Zukunft bewähren.“ Als Schlüsselbranche der Wirtschaft sehen sich Schmitz zufolge auch die privaten Banken in der Verantwortung, sich für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft einzusetzen. Dies könne aber nur gelingen, wenn die Banken auch selbst wieder Vertrauen, das durch die Finanzkrise teilweise verlorenen gegangen sei, durch verantwortliches Handeln auf den Märkten und überzeugende Leistungen am Kunden zurückgewinnen.

Die 18. Schönhauser Gespräche haben das Thema: „Führung – Verantwortung – Vertrauen: Perspektiven für Deutschland und Europa“. Am Sitz der European School of Management and Technology, dem früheren DDR-Staatsratsgebäude, werden in Berlin neben den Politikern Peer Steinbrück, Eckart von Klaeden, Christian Lindner, Cem Özdemir und Olaf Scholz auch Prof. Dr. Jürgen Stark, EZB-Direktoriumsmitglied, Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Bundesverfassungsrichter, Dr. Lutz Raettig, Aufsichtsratsvorsitzender von Morgan Stanley , Prof. Dr. Otmar Issing, ehemaliger Chefvolkswirt der EZB, sowie der Soziologe Prof. Dr. Heinz Bude als Redner erwartet.

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